15 Jahre dialog im Polizeianhaltezentrum
Die Zusammenarbeit des Verein Dialog mit der Landespolizeidirektion Wien begann 1999 , wobei der Wunsch nach Substitution und psychiatrischer Behandlung von InsassInnen ausschlaggebend war. Da sich die Kooperation als äußerst sinnvoll und tragfähig erwies und auch das Verständnis für die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Aufträge gegeben war, wurden nicht nur die medizinischen Leistungen mit den Jahren erweitert, sondern auch andere Angebote implementiert. So folgte auf die Sozialarbeit für Frauen ein sozialarbeiterisches Angebot für Männer. Die „Frauensache“ in der Integrativen Suchtberatung Döblerhofstraße wurde ursprünglich als Folgeangebot für Frauen aus dem PAZ gegründet. Und seit einigen Jahren werden auch Schubhäftlinge von dialog-ÄrztInnen betreut.
Was als kleines Projekt begann, ist heute das jüngste Haus des dialog. Mehrfach wurde die Arbeit der ÄrztInnen und SozialarbeiterInnen in den Polizeianhaltezentren durch internationale Besuche gewürdigt und als good practice Modell in unterschiedlichen Kontexten präsentiert. Schließlich erreichen wir damit Menschen, die einerseits unsere Unterstützung in einer für sie fremden Situation dringend brauchen, denen wir andererseits jedoch auch den Weg zu einer Betreuung in einem unserer anderen Standorte ebnen können.
Das Jubiläum wurde im Oktober des heurigen Jahres gebührlich gefeiert. Beim gemeinsamen Besuch des Kriminalmuseums mit einem anschließenden Essen war das gute Einvernehmen zwischen den BeamtInnen der Anhaltezentren sowie der Dialog-MitarbeiterInnen spürbar. Mit den Angeboten des „dialog im Polizeianhaltezentrum“ tragen wir somit nicht nur zur individuellen Erleichterung des Haftaufenthalts der InsassInnen bei, wir sind auch eine Kooperation eingegangen, von der letztendlich alle Beteiligten durch einen intensiven Austausch profitieren.
